Verfasst von: Wolfgang | 9. Februar 2009

Nach Mallorca – 1. Etappe

Wer uns kennt, wird es kaum glauben: am 03. Februar 2009 haben wir um Punkt 8:00 Uhr morgens die Zugbrücke an der Nordeinfahrt zum Lefkas-Kanal passiert. Der Wetterbericht hat 25 Knoten Wind aus Südost angesagt. „Na dann… sind wir ja schnell in Korfu… . “ Die 25 Knoten waren statt gegen 14:00 Uhr schon um 11:30 Uhr da. Und zwar nicht aus Südost, sondern genau aus Süd. Der Wind war also nicht, wie vermutet, schräg ablandig, sondern hatte Wegstrecke, soviel er wollte. Das bedeutet in der Praxis: hoher Seegang. Immerhin von hinten und das machte zuversichtlich. Weniger zuversichtlich machte die Tatsache, dass Windvorhersagen ja den gemittelten Bodenwind meinen… . So richtig beruhigend war zudem auch nicht, dass laut Vorhersage die Spitze ja erst gegen 14:00 Uhr erreicht werden sollte. Um diese Zeit schätzten wir den Wind dann auch auf gute Bft. 7 ein. Vielleicht auch mehr, denn wieviel Wind hat man, wenn die Kämme der ca. 3 Meter hohen Wellen (im Schnitt wohlgemerkt) abreißendes Gischtwasser haben, so mancher Kamm zu brechen drohte? Für den Autopiloten jedenfalls war das alles zuviel. Es musste manuell gesteuert werden, damit die Yacht nicht quer zur Welle kommt. Den dicken Arsch einer Bavaria mit dem erhöhtem Auftrieb hätte ich nicht bei der groben, achterlichen See steuern wollen. Aura nahm es hin, wie es war: gewaltig. Auf Höhe von Parga erschien uns die Belastung des Vorsegels zu hoch. Gott sei Dank blies uns der Wind von achtern direkt auf der Kurslinie durch die Wellen. Bei immer noch 6 – 7 Knoten Fahrt spielten wir also „Ablaufen vor Top und Takel“. Nur gut, dass das Spiel sich auf kaum 14 Seemeilen beschränken ließ. Auf Höhe der Syvota Inseln (ca. 20 Meilen südöstlich von Korfu Hafen entfernt) haben wir nämlich unter Maschine unseren Einkehrschwung gemacht. Drei nasse Meilen gegenan und dann waren wir an

syvota1

der Pier des kleinen Fischerhafens dort. Diese Fahrt war ein klarer Fall eines strengen Hinweises von Poseidon, dass man bei Starkwind um diese Jahreszeit da draussen einfach nichts verloren hat. In Syvota blieben wir 2 Nächte  und hatten einen Tag mildes, sonniges Wetter. Auch die Weiterfahrt nach Korfu war bei konstanten 4 Bft. raumen Wind sehr schön. Hier in der Marina Gouvia wollten wir unseren Dieseltank füllen. Jetzt sind wir schon den vierten Tag in der Marina.

gouvia

Für heute morgen waren 8 Bft. aus Nord angesagt. Dem war nicht so, aber laut Wetterbericht und dem, was man da so am Himmel sehen kann (pechschwarze Wolken!) sieht es überhaupt nicht so aus, daß wir die nächste Zeit weiterkommen.

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Responses

  1. Hallo Ihr Lieben!
    Was sind wir froh, endlich ein Lebenszeichen von Euch zu hören. Haben uns schon Sorgen gemacht……
    Ja, das Wetter spinnt ganz schön und das Ionische Meer ist garnicht so Ohne.
    Wenn ich mir Dir Wetterkarten der italienischen Wetterseite so anschaue, dann scheint es ab der „Sohle“ Richtung Westen wesentlich ruhiger zu sein, als an der „Hacke“. Wir drücken Euch ganz doll die Daumen, dass Ihr eine passende Windlücke erwischt, um wohlbehalten nach Italien zu kommen.
    Ganz liebe Grüße von den Vieren aus Pukavik


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